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Super User

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Enrique

¡Que Viva La Fiesta!

Bericht zwei von vier; die zweite Hälfte meines Freiwilligenjahrs hat nun also begonnen. Trotzdem kommt es mir vor, als hätte ich erst vor wenigen Wochen in der Fundación angefangen. Aber es hat sich in der Zeit einiges getan: ich habe endlich das Bussystem in Quito verstanden, konnte viele neue Bekanntschaften schließen und habe die Kinder und ihre Bedürfnisse besser, bzw. auf einem persönlicheren Level kennengelernt. Bevor ich aber anfange über alles Mögliche zu erzählen, beginne ich erstmal mit dem, was auf der Arbeit so passiert ist in den letzten drei Monaten.

Nach echt coolen zwei Monaten in der Gruppe „Paciencia“ (siehe Bericht Nummer 1) war ich in „Gozo“, in dieser Gruppe sind die Kinder drin, welche zu 100% auf Fremdhilfe angewiesen sind. Also so Sachen, wie Positionswechsel, um Druckstellen zu verhindern, füttern, Zähneputzen und ja… auch Windeln wechseln. Gerade beim Letzteren hatte ich anfangs so meine Bedenken, es stellt sich jedoch heraus, dass man sich mit etwas Überwindung an alles gewöhnen kann und das Windelwechseln, wenn es auch nicht unbedingt zu meinen Lieblingsaktivitäten zählt, ist es doch nicht schwer oder vielleicht auch so unangenehm ist, wie ich am Anfang dachte. 

So, aber genug über dreckige Windeln, denn auch wenn die Kinder auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken, hat auch wieder in dieser Gruppe jeder seine eigene Persönlichkeit, wie zum Beispiel Lieblingsessen und Sachen die er/sie überhaupt nicht leiden kann (Ganz vorne bei den Lieblingsessen liegt bei den meisten übrigens Schokokuchen mit Sahne, wie ich in der Weihnachtszeit festgestellt habe). Und mit viel Stolz kann ich sagen, dass nach zweimonatiger harter Arbeit eins der Mädchen meinen Namen gelernt hat, naja sagen wir Spitzname, denn jedes Mal, wenn sie mich sieht, werde ich mit En-Quiqui begrüßt.

Es gab zudem auch keinen einzigen Tag, den man als langweilig hätte beschreiben können, da die Tía des Raumes immer für genug Abwechslung sorgt. Ständig wird zu Cumbia, Rancheras, Reggeaton oder Bachata gesungen, getanzt oder beides. Seit neustem bin ich nun in „Amor“, die Gruppe der Kleinsten angekommen. Die Aufgaben sind alles in allem eigentlich gleichgeblieben, aber die Atmosphäre ist komplett anders. Die Kinder haben vieeeel vieeel mehr Energie, zappeln ständig rum, wollen Aufmerksamkeit, oder kleine Spielkämpfchen mit einem austragen. Irgendwie hab ich auch den Eindruck, dass die Kleinen etwas schneller lernen und man so das Gefühl hat einen größeren Eindruck zu hinterlassen. Aber auch durch den Wechsel der Jahreszeit („Winter“ ist hier die Zeit in der es mehr regnet) ist es jetzt möglich mit den Kindern zur Hippoterapia (Reittherapie) zu fahren. Ehrlich gesagt, muss ich zugeben, dass ich, als ich davon gehört habe, nicht geglaubt habe, dass es so einen krassen Unterschied machen wird… aber ich habe mich sowas von getäuscht. Kaum hat man einen der Knirpse aufgesattelt, merkt man sofort, wie die ganze Anspannung auf einmal verschwindet und das sanfte Auf- und Abwippen zusammen mit der frischen Luft und grünen Umgebung für eine Art Tiefenentspannung sorgt… wenn das Kind nicht unbedingt Angst vor Pferden hat und eigentlich nicht wirklich Bock aufs Reiten hat.

Doch auch, wenn die Arbeit den größten Teil unserer Zeit in Anspruch nimmt gab es einiges an Feierlichkeiten: Dia de los finados/difuntos/muertos, Casa abierta, Fiestas de Quito, Weihnachten und Silvester.

Día de los muertos

Jeder hat sicherlich schonmal von der mexikanischen Tradition gehört, bei der es große Umzüge gibt und Menschen sich einen Totenkopf aufschminken. Auch in Ecuador existiert der „día de los muertos“, jedoch wird er hier nicht so groß und prachtvoll gefeiert wie in Mexico. Die Grundlage ist aber auch hier eine Mischung aus katholischen und indigenen Bräuchen. Das Fest dient dazu den verstorbenen Vorfahren zu gedenken und ihnen Essensspenden zu bringen. Es ist also eher ein Fest, dass mit der Familie verbracht wird. Traditionell gibt es zu den Feierlichkeiten die sog. „guaguas de pan“ (Kichwa guagua, Kleinkind; Brotkinder), die vergleichbar mit den Weckmännern, welche es in Deutschland zu Sankt Martin gibt, nur dass sie hier mehr dekoriert werden und teils auch mit gayabaMarmelade gefüllt sind. Die kleinen Brotfiguren sollen, wie der Name vielleicht verrät, in Windeln gewickelte Kleinkinder darstellen, oder aber auch Mumien, denn das war (zumindest bei den Inkas) eine Form der Beisetzung. Gegessen wird das Ganze dann mit einem Glas colada morada ,hierbei handelt es sich um ein rotes dickflüssiges süßes Getränk, was mit rotem Mais, Gewürzen und mehreren Früchten gemacht wird. Die rote Farbe soll hier übrigens Blut repräsentieren.

Casa abierta

Die casa abierta ist der Tag der offenen Tür der Fundación, bei dem alle Freiwillige und Mitarbeiter der Fundación den Besuchern ihr Land vorstellen sollen, so dass man am Ende das Gefühl hat, das wichtigste über die Kultur, Geschichte, Sehenswürdigkeiten oder Eigenheiten des jeweiligen Landes zu wissen. Unter anderem vertreten waren dieses Jahr Cuba, Spanien, Südkorea, USA und natürlich Ecuador und Deutschland. Das Ganze ist als eine Art Wettbewerb aufgebaut, bei dem jeder Besucher am Ende für das Land abstimmen kann, dessen Raum ihm am besten gefallen hat. An den Wochen kurz vor dem großen Tag war die ganze Fundación am Basteln, kochen und Verkleidungen für die Kinder ausdenken, denn auch sie wurden so gut wie möglich in die Vorstellung mit eingebracht. In jedem Raum gab es dann jeweils eine Kleinigkeit zu Essen, typische Dekorationen und eine kleine Aufführung zu sehen. Und stolz können wir behaupten, dass dieses Jahr Deutschland mit Abstand gewonnen hat. Gewonnen haben wir ein Abendessen mit der des Raumes.

Fiestas de Quito

Bei den Feiern in Quito handelt es sich praktisch um ein riesiges über zwei Wochen langes Gründungsfest von Quito. Zu den Feierlichkeiten gab es neben mehreren Umzügen auch noch das ein oder andere kostenlose Konzert, bei dem teilweise nationale Künstler aufgetreten sind, aber unter anderem zum Beispiel auch Nicky Jam (ein Reggaetonsänger).

Weihnachten und Silvester sind wohl die Feiern, die am Bekanntesten von allen klingen… aber der Anschein täuscht. Denn obwohl beide Feste, zumindest vom Sinn her, deckungsgleich mit Deutschland sind, ist es schon irgendwie ungewohnt am 24.12 bei 23°C arbeiten zu gehen und zu spanischen Weihnachtsliedern mit den Kiddis zu tanzen oder an Silvester das alte Jahr in Form einer Puppe, für Glück im nächsten Jahr, zu verbrennen. Aber ich möchte gar nicht zu viel vorgreifen, denn es ist viel schöner die ganzen Unterschiede und Gemeinsamkeiten selbst zu entdecken.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mich echt auf die zweite Hälfte des Freiwilligendienstes, mit all seinen Abenteuern und Herausforderungen freue.

Les deseo un buen año 2020

En-quiqui

Über Sprache und Verständigung

Schon seit fast einem halben Jahr lebe ich nun in Ecuador und der Alltag ist einkehrt. Den Weg zur Arbeit, Sprachschule oder zur Bäckerei finde ich mittlerweile ohne Navigationssystem, und falls ich mal auf den Bus angewiesen bin, klappt es mit der Verständigung beim Fahrkartenkauf (in den allermeisten Fällen) auch so gut, dass ich anschließend im richtigen Bus sitze.

Womit ich dann auch schon beim Thema bin: Verständigung.

Die dominierende Amtssprache in Ecuador ist Spanisch, außerdem werden einige indigene Sprachen und Dialekte gesprochen, wie zum Beispiel Kichwa und Shuar chicham.

Kichwa ist ein Dialekt des Quechua, das ursprünglich von den Inkas eingeführt wurde, und heutzutage hauptsächlich im Oriente und in der Sierra Ecuadors gesprochen wird. In einigen von Indigenen regierten Gemeinden Ecuadors ist Kichwa zudem „Amtssprache für interkulturelle Beziehungen“.

Shuar chicham ist die Sprache der Shuar, einem indigen Volk, welches östlich der Anden im Amazonastiefland Ecuadors lebt.

Zu meinem Glück musste ich mich bisher weder auf Kichwa noch auf Shuar chicham verständigen, zu meinem Pech war mein Spanisch-Wortschatz vor 6 Monaten fast ebenso wenig ausgeprägt. Ich hatte zwar immerhin 2 Jahre Spanischunterricht in der Schule, aber das ist über 8 Jahre her. Daher habe ich zusätzlich einige Monate vor der Ausreise mit einer bekannten App zum Sprachen lernen etwas Spanisch gelernt. Allerdings habe ich mich dabei aber mehr auf Vokabular zu Themen fokussiert, die mich interessieren, und eher weniger auf im Alltag nützliches Vokabular oder die Grammatik. Und wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt, konnte ich mit Vokabeln wie „campanilla de invierno“ (Schneeglöckchen) oder „perezoso“ (Faultier) bisher eher wenig anfangen. Dementsprechend war ich hier anfangs mit meinem Kleinen bzw. im Alltag so gut wie unbrauchbaren Wortschatz und den fehlenden Grammatikkenntnissen etwas verloren. Viel mehr als „Hallo“, „Tschüss“ und „Wie geht es dir?“ kam mir nicht über die Lippen. In meiner ersten Woche in Ecuador, welche alle Freiwilligen in der Hauptstadt Quito verbrachten, fragte ich in einem Imbiss nach dem Preis einer Speise. Dachte ich zumindest. Nachdem der nette Herr wieder in der Küche verschwunden war, wies mich eine Mitfreiwillige darauf hin, dass ich gerade „Was kostest du?“ und nicht wie angenommen „Was kostet das?“ gefragt hatte. Manchmal macht nur ein kleiner Buchstabe den großen Unterschied…

Eine Sprache nicht zu beherrschen, kann einen wirklich in komische Situationen bringen. Im September holte ich ein Mädchen aus dem Kindergarten ab, und wartete eigentlich nur darauf, dass sie ihren Rucksack holt und wir gemeinsam nach Hause gehen können. Doch stattdessen schob sie mich in einen Raum, zeigte auf einen Stuhl und rannte wieder lachend auf den Hof. Ich nahm auf dem letzten Stuhl im Stuhlkreis Platz und merkte, dass ich mich wohl auf einer Art Elternabend befand. Zum Teil erboste Eltern schrien durcheinander, während ich nichts verstand und mir nur dachte „Wer bin ich und was mache ich hier?!“. Letztendlich konnte ich aber in einem anschließenden Gespräch mit der Erzieherin die wichtigen Informationen herausfinden, und habe die Situation somit doch noch gemeistert.

An einem anderen Nachmittag half ich einer 17-jährigen Schülerin bei den Hausaufgaben. Als wir uns gerade auf ihre Matheaufgaben konzentrierten, flog die Zimmertür mit einem Knallen auf, und einige jüngere Kinder stürmten lachend herein und verschwanden auch genauso schnell wieder im Flur. Ohne die Tür hinter sich zu schließen. Ich rief „Abre la puerta por favor!!!“ und es wurde mucksmäuschenstill. Während ich mir dachte „Wow, das funktioniert ja richtig gut, du hast alles voll im Griff.“, brachen alle anderen in schallendes Gelächter aus. Das ältere Mädchen erklärte mir anschließend, dass ich soeben „Öffnet die Tür, bitte!!!“ anstatt „Macht die Tür zu, bitte!!!“ gerufen hatte.

Das alles sind recht lustige Beispiele, um meine Verständigungsschwierigkeiten zu beschreiben. Aber es gab und gibt auch immer noch Situationen, in denen es belastend ist, die Menschen um sich herum einfach nicht zu verstehen, oder sich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse selbst nicht einbringen zu können. Zum Beispiel bei Teamsitzungen auf der Arbeit oder komplexeren zwischenmenschlichen Situationen. Eines nachmittags kam ein Mädchen von der Schule nach Hause, und wirkte sehr traurig. Sie erzählte meiner Mitfreiwilligen und mir, was in der Schule vorgefallen war. Ich brauchte keine Worte um zu verstehen, dass es ihr nicht gut ging, und konnte auch ohne Worte, nur durch eine Umarmung, vorerst Trost spenden. Aber um die ganze Situation begreifen zu können und dementsprechend lösungsorientiert zu handeln, war ich auf die Spanischkenntnisse meiner Mitfreiwilligen angewiesen. Es ist nicht schlimm Hilfe zu benötigen, und es gab auch keine Situation, die sich aufgrund von Sprachschwierigkeiten nicht lösen ließ, aber es ist auf Dauer anstrengend ständig nachfragen zu müssen, nicht nur für einen selbst.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es nicht unmöglich ist, sich im Alltag eines Landes zurechtzufinden, dessen Landessprache man kaum spricht. Durch die Kommunikation auf der Arbeit, mit den Kindern und den Erzieherinnen, oder auch mit ecuadorianischen Freunden und Bekannten lernt man schnell dazu. Und auch der Sprachunterricht vor Ort und die Mitfreiwilligen helfen, sich sprachlich ständig weiterzuentwickeln. Aber ich denke, je mehr man sich vor der Abreise vorbereitet, desto leichter macht man es sich selbst, und auch seinen Mitmenschen.

Sprachbarrieren hin oder her – ich genieße meinen Aufenthalt in Ecuador sehr und bin froh, mich hier, nicht nur sprachlich, stetig weiterentwickeln zu können.

tamara

Zweiter Zwischenbericht

Als ich meinen Koffer für meine Reise nach Ecuador packte, stand ich, so wie wahrscheinlich die Meisten von uns, vor der großen Herausforderung, welche Klamotten ich mitnehmen sollte. Mein erster Gedanke hierbei war, dass Ecuador am Äquator liegt und es dort dann mit Sicherheit richtig warm ist, weil wo soll es wärmer sein, als am Äquator. Auf dem Vorbereitungsseminar war dann plötzlich die Rede von warmen Pullovern und Schals. Ich war verwirrt, höre aber brav auf die Tipps unserer Vorfreiwilligen, denn wer, wenn nicht sie, wissen was man am besten einpackt. Und siehe da, jetzt nach fast 6 Monaten, kann ich sagen, ich bin dankbar auf sie gehört zu haben und auch der angeratene Zwiebellook wird von mir täglich verwendet. Aber woran liegt es, dass das Wetter hier so unberechenbar ist und warum die ganzen Pullis?

Zuallererst muss man wissen, dass Ecuador in drei Regionen aufgeteilt ist. Es gibt die Costa (westlicher Küstenbereich), die Sierra (zentrales Andenhochland) und den Oriente (östliches Amazonastiefland). Somit ist Ecuador geografisch, topografisch und klimatisch eines der vielfältigsten Länder der Erde.

Die Costa nimmt ein Viertel der Gesamtfläche Ecuadors ein und die Hälfte der Bevölkerung hat sich dort niedergelassen. Das Küstengebirge Cordillera Costanera ist bis zu 800m hoch. Die fruchtbare Schwemmebene teilt sind klimatisch in den tropisch feuchten Norden und den semiariden Süden. Grund für diese Teilung ist der antarktische Humboldtstrom, der am Übergang dieser beiden Gebiete in den Pazifik fließt. (Vgl. Volker Feser: Ecuador. Michel Müller, Erlangen 2005)

Die im Oriente liegenden Regenwälder des Amazonasbeckens sind dagegen sehr dünn besiedelt. Diese Region kann in die Ausläufer der Anden und die maximal 400m hohe flache Amazonasfläche unterteilt werden. Hier herrscht ein feucht-heißes tropisches Klima. (vgl. Nelson Gómez E.: Nuevo Atlas del Ecuador. Edugquias, Quito 2004)

Und zuletzt die Sierra, der wahrscheinlich interessanteste Bereich, denn beide Projekte des Freiwilligendienstes befinden sich in dieser Region. Das Hochland war früher die bevölkerungsreichste Region, heute leben aber nur noch rund 38% der Ecuadorianer dort. Fast alle größeren Städte der Sierra liegen in den zwei Gebirgszügen, welche den höchsten Berg Ecuadors, den Chimborazo, mit bis zu 6310m Höhe, beheimaten. Dazwischen befindet sich das Hochland, das 1.800m bis 3.200m hoch ist. Außerdem gibt es im Gegensatz zu den anderen Regionen, hier keine ausgeprägte Regenzeit, auch wenn die Monate November bis Mai als am regenreichsten Gelten. Am Westhang der Anden können bis zu 5.000mm Niederschlag pro Jahr fallen, am Osthang sogar bis zu 6.000mm. Im Talkessel sind es nur rund 250-500mm Niederschlag im Jahr. (Ebd).

Im Küstentiefland und im Regenwald sind es meist um die 25-30°C, also Temperaturen so wie sie im äquatorialen Tiefland erwartet werden. In Quito, welches auf 2.800m liegt, herrscht subtropisches Hochlandklima. Am Tag sind es um die 25°C und in der Nacht um die 10°C. (Vgl. galapagos-ecuador.de, Land & Leute in Ecuador, Klima in Ecuador)

So weit zu den Fakten, aber wie genau hilft uns das jetzt bei unserer Frage nach dem Pulli weiter? Eigentlich sehr gut, denn schauen wir uns das Ganze doch noch einmal im Überblick an:

Die Niederschlagsmengen sind sehr unterschiedlich verteilt, was vor allem an dem Humboldtstrom liegt. Ab einer Höhe von circa 4.800m nimmt die Jahresmenge aber deutlich zu.

Es fällt sehr stark auf, dass das Klima durch stark regionale Temperaturunterschiede geprägt ist, die aufgrund der unterschiedlichen Höhenlage entstehen. Je höher eine Stadt liegt, desto kälter ist es. Das liegt ganz einfach daran, dass die Entfernung zur Erdoberfläche immer größer wird und die Stadt somit weniger von der Wärmestrahlung abbekommt, die die Erde aussendet.

Ecuador besitzt aufgrund der Nähe zum Äquator ein Tageszeitenklima, das heißt, dass die Temperaturverteilung im Laufe des Jahres relativ gleichmäßig bleibt, die Temperatur im Laufe des Tages aber sehr stark variiert. In der Sierra gibt es besonders ausgeprägte Tag-Nacht-Schwankungen. Das wird schon auf sehr kurze Entfernungen deutlich, denn beispielsweise ist es im Norden Quitos viel wärmer und trockener als im Süden.

Zusammenfassend kann man also nicht so einfach sagen, wie man sich für „Ecuador“ kleiden soll, denn es kommt immer auf die Region an, in der man sich gerade aufhält. Im heißen westlichen Flachland sind dann T-Shirts und leichte Hosen angemessen. Viel interessanter ist jetzt aber das Hochland, in dem ich die meiste Zeit verbringe. Morgens ist es recht warm, sodass man locker im T-Shirt rausgehen kann, aber eine Jacke oder einen Pullover sollte man auf jeden Fall immer um die Hüfte gebunden haben, sobald man das Haus verlässt, denn wenn nachmittags die Wolken auftauchen, merkt man sehr deutlich, dass man im Hochland lebt, weil man sofort einen deutlichen Temperaturunterschied wahrnimmt. Vor allem abends, wenn die Sonne dann komplett verschwunden ist, wird es, im Vergleich zum Tag, sehr viel kälter. Im Hochgebirge kann es sogar zu winterlichen Temperaturen und Schnee kommen, weshalb man bei Wanderungen und Bergbesteigungen auf jeden Fall warme Sachen einpacken sollte. Auch auf Regen sollte man immer und jederzeit vorbereitet sein.

Des Weiteren sollte man überall auf die starke UV-Strahlung achten und auch bei dunkler Haut einen angemessenen Sonnenschutz verwenden, denn glaubt mir: Die Sonne unterschätzt man gerne. So schützen Wolken keinesfalls vor einem Sonnenbrand und Wind neigt dazu diesen zu verschlimmern. Im Hochgebirge und auf dem Wasser ist das Risiko sogar noch größer.

Abgesehen von den kalten Nächten und unerwarteten Regeneinbrüchen, ist es für mich das perfekte Urlaubswetter. Vor allem als ich vor knapp 6 Monaten mit Wanderhose und Winterjacke, die natürlich nicht mehr in den Koffer gepasst haben, aus dem Flugzeug stieg, packte mich das Urlaubsfeeling… also hätte es mich gepackt, wenn wir tagsüber und nicht nachts angekommen wären. Aber spätestens am nächsten Tag war es da. Ich verbinde Urlaub immer mit Wärme, Sonne und meistens Strand, einfach weil so ein typischer Sommerurlaub von mir bis dahin immer aussah.

Das Wetter versetzte mich auch direkt wieder in diese Stimmung, aber irgendwie war es trotzdem nochmal etwas anderes, weil ich wusste ich lebe jetzt erst einmal hier. Kaum in Ibarra angekommen, durften wir uns auch schon direkt mit der Wohnungsübergabe, Sprachstunden und bald auch schon mit der Arbeit auseinandersetzten. So verflog das Urlaubsfeeling aber auch fast so schnell und plötzlich wieder wie es gekommen war. Schnell lernte ich Ibarra zu lieben und fühlte mich auch schon bald wie zuhause, wobei ich immer noch mit Bewunderung und Begeisterung durch die Straßen laufe.

Also was genau habe ich dann eigentlich hier für eine Position bzw. als was fühle ich mich?

Als Tourist? Am Anfang mit Sicherheit, besonders als ich mit meinem, immer an einem Band fest gesicherten, Handy durch die Straßen lief und jedes beeindruckende Gebäude und jeden schönen Park festhielt, öfters einmal mit Google Maps herumhantierte oder Leute nach dem Weg gefragt habe. Gerade auch auf Ausflügen, die wir am Wochenende meist starten, kommt ein bisschen dieses Gefühls wieder, weil ich dann wieder eine bis dahin mir unbekannte Stadt oder eine Lagune erkundet habe und so Stück für Stück so viel vom Land sehen kann.

Als Gringita, wie mich der nette ältere Mann immer so schön nennt, den ich jeden Morgen auf dem Weg zur Frühschicht treffe? Als gringo oder gringa werden allgemein Menschen bezeichnet, die eine für die spanischsprachige Welt unverständliche Sprache sprechen. In Ecuador wird der Begriff allgemein neutral und hauptsächlich für US-Amerikaner verwendet, aber auch Europäer bekommen ihn wegen ihrer Hauptfarbe oft zu spüren. Für Ecuadorianer bin ich also auf jeden Fall eine gringa, aber fühle ich mich auch so? Schwer zu sagen, aber teilweise schon. Obwohl ich zwar behaupten würde, dass mein Spanisch ganz ok und verständlich ist, hört man natürlich immer noch heraus, dass es nicht meine Muttersprache ist, was mir schon das eine oder andere Mal zum Nachteil wurde. Oft passiert es nämlich, dass Einem bestimmte Lebensmittel oder ähnliches teurer verkauft werden als den Ecuadorianern. Nicht selten wird einem auch hinterhergerufen oder die Leute laufen einem hinterher und wollen alles über einen wissen. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich schon gefragt wurde, warum ich für ein Jahr nach Ecuador gegangen bin. Am Rand sei hier auch angemerkt, dass man dabei aber ganz klar unterscheiden muss, welche Leute sich wirklich ernsthaft für einen interessieren und welche leider andere Intentionen haben. Natürlich ist das ein äußerliches Merkmal, aber ich merke schon, dass wie mit mir umgegangen wird auch beeinflusst, wie ich über mich selbst denke.

Als Ecuadorianerin? Auf keinen Fall, hätte ich am Anfang gesagt, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Aspekte dafür fallen mir ein. Gerade als meine Eltern mich besuchen kamen und ich sie überall herumführen konnte und ihnen alles gezeigt und erklärt habe, habe ich mich schon ein bisschen so gefühlt. Auch Momente, wie Leuten den Weg zeigen oder auf der Arbeit, den Kindern erklären, welchen Bus wir jetzt wohin nehmen, verstärkt dieses Gefühl. Jedoch bin ich noch viel zu kurz hier, um dieses Gefühl wirklich richtig wahrnehmen zu können. Außerdem steckt dafür einfach viel zu viel deutsches Blut in mir. Ohne jetzt an irgendwelche Klischees anknüpfen zu wollen, möchte ich von mir behaupten, dass ich viel zu organisiert und geplant bin um mich als Ecuadorianerin zu fühlen.

Also ihr merkt schon, so eindeutig ist das nicht. Ich würde behaupten, ich habe alles schon einmal gefühlt, wenn auch manches mehr und manches weniger deutlich zum Vorschein kam. Vielleicht ist es auch einfach der Mix aus allem, was mein Leben hier in Ecuador so besonders und wertvoll macht. Eines weiß ich aber mit Sicherheit: ich bin und fühle mich als eine Freiwillige, die die Möglichkeit hat in einem Land am anderen Ende der Welt eine neue Kultur kennen zu lernen und ihre ganz eigenen Erfahrungen zu machen, ob mit oder ohne Regenjacke und Pullover im Gepäck!

Die Galapagosinseln: Tourismus gegen Naturschutz

In meinem zweiten Bericht möchte ich den Tourismus auf den Galapagosinseln kritisch hinterfragen und einen Denkanreiz an alle Reisenden in Ecuador geben.

Eine der ersten Fragen, die ich oft von Ecuadorianern oder anderen Reisenden gestellt bekomme, ist ob ich schon auf den Galapagosinseln war oder ob ich noch dorthin reisen möchte. Immer wenn ich diese Fragen verneine, scheinen viele verwirrt zu sein, warum ich mir diese Möglichkeit entgehen lasse. Deshalb möchte ich es im Weiteren genauer erläutern, warum ich mich persönlich gegen den Besuch der Galapagosinseln entschieden habe.

Wenn ich das Wort Galapagosinseln höre, muss ich wie wahrscheinlich auch so viele andere an den Biologieunterricht denken. Ich glaube jeder hat sich im Laufe seiner Schulzeit mindestens einmal im Zusammenhang mit dem Thema der Evolution mit den Galapagosinseln beschäftigt.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie über die Galapagosinseln immer gesagt wurde, dass sie gerade so besonders seien, beziehungsweise die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln konnten, weil keine Menschenhand sie angerührt hat und somit die Natur praktisch ihren freien Lauf nehmen konnte. Ich habe mich tatsächlich nie weiter mit den Galapagosinseln auseinandergesetzt, als die Finken im Biologiebuch zu vergleichen, so war es für mich regelrecht ein Schock, als ich auf unserem Vorbereitungsseminar für Ecuador erstmals davon erfahren habe, dass es möglich ist, auf die Galapagosinseln zu reisen.

Die Galapagosinseln gelten oft als das Paradies auf Erden und setzen sich aus dreizehn Hauptinseln und vier Nebeninseln zusammen. 1959 wurden die Inseln offiziell zum Nationalpark und 1978 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Auf den vier bewohnten Inseln leben insgesamt ungefähr 25.000 Menschen. Der Tourismus auf den Galapagosinseln ist ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt für Ecuador, so besuchten im Jahr 2018 ca. 280.000 Touristen die Galapagosinseln.

Doch welchen Einfluss nehmen die Touristen auf Flora und Fauna?

Dadurch, dass die Lebewesen auf den Galapagosinseln sich isoliert vom Festland entwickelt haben und nie in Kontakt mit den Menschen gekommen sind, gelten sie als besonders zahm und dem Menschen gegenüber sehr zutraulich, weil sie diesen nicht als Feind ansehen. So könnte man meinen, der Aufenthalt der Touristen hätte keinen weiteren Einfluss auf die Tiere und deren Verhalten.

Der Besuch auf den Inseln ist ausschließlich mit speziellen Touristenführern möglich, da 99% des Landes und 97% der umliegenden Gewässer der Galapagosinseln zum Naturschutzgebiet gehören. Es wird zum Beispiel somit darauf geachtet, dass keine Wege verlassen und die vorgegebenen Pfade genommen werden, dass niemand die Tiere anfasst, sie füttert und einen Mindestabstand von zwei Metern einhält. Außerdem gehört zu den Regeln bei einem Besuch, dass die Einführung, von fremdartigen Pflanzen und Tieren und genauso die Mitnahme jeglicher pflanzlicher oder tierischer Objekte von den Inseln streng verboten ist. Jedoch ist fraglich, ob die strengen Regeln ausreichend sind, um das einzigartige Ökosystem der Galapagosinseln zu schützen.

Trotz der strengen Vorkehrungen, die getroffen werden, kam es in der Vergangenheit dazu, dass vom Festland verschiedene Pflanzen und Tiere eingeschleppt wurden. Zum Beispiel kam so die Brombeere auf die Galapagosinseln, welche sich nun in den einmaligen Scalesia-Wäldern ausbreitet und diese bedroht. Zwar werden Vorkehrungen genommen, um die Ausbreitung einzudämmen und die Brombeerpflanze zu vernichten, aber trotzdem hinterlässt dies Spuren im Ökosystem.

Menschen haben außerdem Ziegen, Hunde und Katzen auf die Inseln gebracht. Die Ziegen liefen weg und fraßen den Schildkröten ihre Nahrung weg. Die Population der Schildkröten ging so stark zurück, dass diese in die Charles-Darwin-Forschungsstation gebracht und rund 200.000 Ziegen erschossen werden mussten. Gegen Katzen und Hunde wird weniger stark vorgegangen, diese töten Leguane und fressen seltene Eier. Wenn diese jedoch außerhalb des Grundstückes ihrer Besitzer und ohne Leine gesehen werden, werden sie erschossen. Viel verheerender ist eigentlich, dass Ratten und eine südamerikanische Fliegenart auf die Inseln gelangt sind, gegen welche der Kampf bis heute vergeblich ist. Die Ratten fressen die Eier von Vögeln und Schildkröten und die Fliegen befallen die Küken der Darwinfinken.  Es wird geschätzt, dass durch die Touristen jedes Jahr 27 invasive Arten auf die Inseln gebracht werden.

Zu weiteren Gefährdungen zählt auch die Überfischung, welche unter anderem dazu beigetragen hat, dass die Galapagosinseln von 2007 bis 2010 von UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt wurden.

Der Tourismus bringt mit sich, dass Flugzeuge regelmäßig über die Inseln fliegen, Taxen die Touristen befördern, Schiffe durch die Gewässer fahren und Müll produziert wird. Trotz der Strengen Regelungen für Flugzeuge und Schiffe verhindert dies nicht, dass Einfluss auf das Ökosystem genommen wird. So kam es erst im Dezember zu einem Untergang eines Schiffes vor der Insel San Cristobal, auf dem Schiff sollen 2.500 Liter Dieselkraftstoff gelagert gewesen sein.

Zu den einzigartigen Tieren auf der Insel gelten unter anderem die Mähnenrobben, die Blaufußtölpel und die Galapagos-Landleguane. Durch ihre Einzigartigkeit sind sie eine Attraktion, jeder möchte ein Foto von oder mit ihnen und sie mit eigenem Auge gesehen haben. In der Vergangenheit war der Mensch schon verantwortlich dafür, dass die Population der Elefantenschildkröten von 200.000 auf 20.000 zurückgegangen ist und nun somit auf der Liste der bedrohten Tierarten steht. Es ist zwar verboten die Pflanzen und Tiere anzurühren, jedoch kommt es immer wieder dazu, dass Zähne oder Korallen zu Souvenirs verarbeitet werden. Der Handel mit diesen Produkten ist zwar streng untersagt, aber eine echte Koralle von den Galapagosinseln zu besitzen, scheint für viele Touristen trotz dessen sehr verlockend.

Ich persönlich fände es sehr schade, wenn wir in 50 Jahren zurückblicken und feststellen müssten, dass wir das letzte Paradies auf Erden durch Ignoranz und Eigennutz zerstört haben und uns fragen müssten, was wir hätten besser machen können.

Alltag

Wie soll man so was beschreiben? Bei diesem Wort habe ich früher eigentlich immer an Langeweile denken müssen. Morgens früh aufstehen, Schulstress, Hausaufgaben, Lernen…Immer habe ich auf die Wochenenden zu gelebt, den nächsten Geburtstag oder Ferien. Und selbst da hatte ich Glück, wenn da etwas passiert ist, was mir noch dauerhaft in Erinnerung geblieben ist. Abenteuer, Reisen und jeden Tag neue Leute kennenlernen gehörten jedenfalls nicht dazu. Ich weiß daher gar nicht, ob ich die Zeit und die Dinge, die ich hier erlebe überhaupt als alltäglich beschreiben kann…trotzdem ist ein Jahr eine lange Zeit und so hat sich auch nach sechs Monaten hier in Ecuador in manchen Sachen eine gewisse Routine entwickelt.

Der wohl wichtigste und größte Teil dieser Routine ist natürlich die Arbeit. Ich bin kein ausgiebiger Langschläfer, aber noch viel weniger Frühaufsteher. Wenn mir jemand vor sieben Monaten erzählt hätte, dass ich irgendwann gerne früh aufstehen werde um zu ARBEITEN, hätte ich denjenigen ausgelacht. Aber es ist tatsächlich wahr. Um 6:30 klingelt der Wecker, um 7:45 geht es los zum Bus. Ab und zu gibt es noch ein ofenfrisches Cachito con Queso (Käsehörnchen) auf die Hand und wenn der Bus zeitig kommt, ist man auch überpünktlich auf der Arbeit. Zurzeit bin ich in der Gruppe „Gozo“ und ich werde darum den Tagesablauf dort beschreiben. Die Kinder und jungen Erwachsenen sind im Alter von 14 bis 32 Jahren und sind fast alle sind zu 100 % abhängig. Die Arbeit in „Gozo“ bezieht sich daher hauptsächlich auf die Pflege und das Erhalten bereits erlernter Fähigkeiten. Die Kinder aus dem Casa Hogar (Waisenhaus) kommen immer gegen 9 Uhr. Bis dahin trudeln die Kinder aus den Familien langsam ein und man kann sich erst mal mit ihnen beschäftigen. Wenn die Gruppe vollständig ist, geht es los mit Windeln wechseln. Um zehn Uhr gibt es den ersten Snack und je nach dem, wie viele Freiwillige gerade noch helfen, kann das Füttern schon mal 45 Minuten dauern. Wenn schließlich alle Kinder versorgt sind, kommt es natürlich auf das Kind an, was für eine Art von Therapie bei ihm angewendet werden kann. Manche werden massiert, mit anderen kann sogar laufen geübt werden. Das heißt, dass die Arbeit tagein tagaus nicht langweilig wird. Tatsächlich ist es ab und an sogar ziemlich anstrengend, da wir mit der Zeit (und natürlich nur, wenn wir uns selber damit wohl fühlen) relativ viel Verantwortung übernehmen und teilweise auch anderen Freiwilligen, die nicht so lange da sind zeigen, wie manche Dinge ablaufen. Mich macht das immer stolz, weil ich so am besten sehe, wie viel ich schon gelernt habe. Ich erinnere mich an meinen ersten Tag in der Fundación und die Unsicherheit, ob ich etwas richtig oder falsch mache. Das alles kommt mir mittlerweile so lange her vor und teilweise muss ich über mich selber lachen, wenn ich daran denke, wie ich das erste Mal eines der Kinder mit spitzen Fingern gewickelt habe. Auch die Sprachbarriere ist längst überwunden und es lässt mich jedes Mal noch ein paar Zentimeter vor Stolz wachsen, wenn ich für andere Freiwillige Spanisch übersetzen soll. Aber weiter im Tagesablauf: Um 12:00 gehen wir mit den Tias zusammen essen. Um 12.30 Uhr werden die Kinder gefüttert. Bis die Letzten versorgt sind, kann schon mal eine Stunde vergehen. Allerdings fängt immer der erste Freiwillige, der die Hände wieder frei hat schon an mit Zähneputzen. Gegen 14 Uhr ist auch das geschafft, und ab dann folgt eine halbstündige Ruhephase während der die Arbeit hauptsächlich aus Massieren besteht. Um halb drei werden wieder Windeln gewechselt und um 15 Uhr gibt es noch einen Snack. Wenn dieser aufgegessen ist, werden die ersten Kinder auch schon abgeholt und ab dann verfliegt die Zeit, bis um 16.30 Uhr schließlich die Kinder des Casa Hogars abfahren.

Für die Kinder ist eine einheitliche Routine sehr wichtig, darum ist die Arbeit in den einzelnen Gruppen fast immer gleich. Trotzdem wird es nie langweilig, denn jedes Kind hat seinen eigenen Charakter und alle sind für Überraschungen gut zu haben.

Es gibt Tage, an denen ich morgens einfach etwas deprimiert aufwache. Mag es daran liegen, dass ich beim Einschlafen etwas zu viel an die weit entfernte Familie gedacht habe oder von irgendetwas in Deutschland geträumt habe-Spätestens, wenn ich die Fundación betrete und von Damian mit einem „Buenos dias, Senor“ begrüßt werde oder einem herzhaften Lachen von Brigith, ist jeder Kummer vergessen.

Nach der Arbeit geht es normalerweise direkt nach Hause, wo dann jeder für eine Weile seinen eigenen Beschäftigungen nachgeht oder ein Mal die Woche für zwei Stunden der Spanischunterricht stattfindet. Ab und an muss natürlich auch eingekauft werden. Also geht es spätestens alle zwei Wochen mal in den Supermarkt um unseren gemeinsamen Vorrat an Grundnahrungsmitteln wie Milch, Mehl, Butter und Reis aufzufüllen. Obst und Gemüse gibt es günstiger und auch leckerer in den benachbarten Tiendas, und ein nettes Gespräch gratis dazu.

Abends finden wir uns jedoch fast immer alle in der Küche zusammen, reden über Gott und die Welt und hören Musik. Diese Zeit gefällt mir in der WG am besten. Auch sehr beliebt sind allerdings abendliche Gänge zu unseren neuen venezuelanischen Nachbarn, wo es die besten Empanadas für einen Dollar gibt. So klingt ein normaler Wochentag dann schließlich aus.

Die Wochenenden sind noch mal etwas ganz anderes. Da diese hauptsächlich aus Reisen bestehen, werde ich mir, um das genauer auszuführen, dafür Zeit in meinem nächsten Bericht nehmen.

Es ist wirklich verrückt wie schnell so ein Tag rum ist. Doch noch verrückter ist, wie schnell die Zeit verfliegt. Schon sind sechs Monate vergangen und ich frage mich, wie das sein kann, da ich doch gefühlt erst gestern in Ecuador gelandet bin und mit zittrigen Knien und einem Spanischvokabular, das aus „Hola“ bestand durch die Passkontrolle gelaufen bin. Gleichzeitig ist schon so viel passiert. Wir haben Geburtstage und Weihnachten gefeiert. Dinge, die man doch eigentlich lieber zu Hause tun würde. Aber ich habe das Gefühl, genau das bin ich hier. Zu Hause.

Raphaela

Liebe/r weltwärts-Interessierte,

bereits im letzten Bericht habe ich versucht, einige Fragen zu klären. Diese bezogen sich jedoch größtenteils auf die Zeit vor meiner Ausreise aus Deutschland oder auf die ersten Tage hier in Ecuador. Heute möchte ich mehr auf die alltäglichen Dinge meines Lebens als weltwärts-Freiwillige eingehen.

Wie fühlt sich ein Leben in einer WG an? Gibt es eine Gemeinschaftskasse, Putzdienste, Streit?
Wie ist das Verhältnis zu den Tías, zu den Chefinnen, zu den Vermietern?
Wie ist das Essen? Gab es bisher gesundheitliche Probleme deshalb?
Und zu guter Letzt möchte ich versuchen, meine Gefühle nach einem halben Jahr Ecuador zu beschreiben.

Es gibt eine lange Liste abzuarbeiten, also los.
Zu aller erst möchte ich betonen, dass alles, was ich schreibe rein meine Sicht der Dinge ist. Vor allem die Situation in der WG, wie auch das Verhältnis zu anderen Personen oder die Stabilität des Magens sind ganz persönliche Angelegenheiten und deshalb selbstverständlich ganz unterschiedlich bei verschiedenen Personen. Trotzdem will ich diese Fragen nach meiner persönlichen Erfahrung beantworten, denn all das hat mich vor meiner Ausreise beschäftigt.

Zuerst ein paar Worte zu der Situation in unserer WG. Wir vier deutschen Freiwilligen aus Quito wohnen in einer großen Wohnung, in der jeder sein eigenes Schlafzimmer hat mit Matratze und Schrank, außerdem gibt es zwei Badezimmer, eine Küche und ein gemütliches Wohn-/Esszimmer. Ich finde die Aufteilung der Wohnung super, da jeder genug Freiraum hat, wenn er ihn mal braucht. Die Zimmer sind sparsam eingerichtet aber gemütlich und lassen Platz für Fantasie und die eigene Handschrift, was Dekoration oder Umgestaltung angeht. So kann man hinter sich auch mal die Türe zuziehen, wenn man Zeit für sich braucht. Gleichzeitig muss niemand ungeduldig werden, wenn ein Badezimmer schon seit längerem besetzt ist, denn es gibt ja noch ein zweites. (Was nicht heißt, dass Ungeduld nie vorkommt…). Die Küche ist ebenfalls ausgestattet mit allem, was man dringend braucht. Dazu gehören weder Handrührgerät noch Küchenwaage, doch mit ein wenig Experimentierfreude und Kreativität lässt sich alles zubereiten. Dem Thema Küche schließt sich gleich auch das Thema Einkaufen an, welches zu einem ernsthaften Konfliktthema werden kann, wenn man sich nicht vorher für eine gemeinsame Variante entscheidet. Da gibt es mehrere zur Auswahl:
1.) jeder kauft für sich selbst ein und zahlt allein
2.) alles wird für alle gekauft und der Preis durch vier geteilt
3.) man versucht sich an einem Kompromiss.
Nach einigem Hin- und Herprobieren haben wir uns für Version drei entschieden. Das heißt für uns wir kaufen Grundnahrungsmittel wie Brot, Reis, Nudeln, Joghurt, Milch, Müsli und Gewürze zusammen ein und teilen durch vier. Alles andere kauft sich jeder selbst und isst es dann auch allein. Das klappt wirklich gut. Wobei ich nicht behaupten will, dass das die Lösung schlechthin für das Einkaufsproblem ist. Schlussendlich muss jede WG-Konstellation ihren eigenen Kompromiss finden. Auch was das „Küche-Sauberhalten“ angeht gibt es kein Geheimrezept. Grundsätzlich halte ich es aber für sinnvoll und wichtig Unzufriedenheiten anzusprechen, damit sich kleine Putzkonflikte nicht zu unüberwindbaren Bergen auftürmen. Das Geschirr sollte es aber auch nicht… Bei vier Gabeln und auch sonst keiner allzu großen Auswahl bleibt einem aber recht schnell sowieso nichts anderes übrig als doch den Lappen in die Hand zu nehmen und abzuwaschen. Damit wäre auch schon die nächste Frage geklärt: Nein, wir haben keinen Putzplan, was das angeht sind wir sehr spontan und flexibel ;)

Nun zum Thema Streit in der WG. Wir haben das Glück, dass wir uns untereinander sehr gut verstehen und super miteinander auskommen. Das macht einiges einfacher als wenn von vornherein die Chemie nicht stimmt. Trotzdem gibt es hin und wieder kleinere Zankereien, die aber nie besonders lang anhalten. Ich denke, das ist normal und auch in Ordnung, solange man sich bemüht sich hinterher wieder zu vertragen. Klar, für ein angenehmes Zusammenleben bedarf es ein wenig Arbeit, aber es lohnt sich! Es gibt nichts schöneres, als sich nach einem halben Jahr schon zu Hause zu fühlen.

Auch die Arbeit ist nach einem halben Jahr Ecuador zu einem Stück zu Hause geworden. Wenn ich mal einen schlechten Tag habe freue ich mich auf sie, was hauptsächlich an den super lieben Tías liegt. Jede einzelne von ihnen ist zu jedem Zeitpunkt freundlich, alle stets hilfsbereit und die Gespräche mit ihnen oft sehr bereichernd. Ich hebe meinen Hut vor der Geduld und der endlosen Liebe, die sie alle für die Kinder, für die anderen Tías und eben auch für uns Freiwillige aufbringen. Da sind auch die Chefinnen keine Ausnahme, selbst wenn wir mit ihnen nicht ganz so viel zu tun haben wie mit unseren Tías. Auch unsere Vermieterin ist für die Fundación tätig und taucht somit immer mal wieder bei der Arbeit auf. Sie ist sehr lieb und hat uns schon bei einigen Wohnungsproblemen geholfen. Wie ihr seht gibt es einige tolle Leute in unserem Umfeld, die uns stets zur Seite stehen, wenn wir jemanden brauchen. Auch hier ist das meine persönliche Meinung, wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass man nicht mit ihnen auskommen kann.

Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Das Essen. Es gibt wirklich leckere Gerichte hier! Trotz aller Tipps und Empfehlungen, was Vorsichtsmaßnahmen angeht, muss ich gestehen, dass recht schnell die Neugier überwogen hat und ich relativ bald alles gegessen habe. Jegliches Obst und Gemüse, Essen an der Straße, Säfte,… Bisher habe ich es nicht bereut. Ich habe viele mir vorher unbekannte, leckere Speisen entdeckt und hatte bisher nie Probleme mit dem Magen. Meine reichliche Reiseapotheke, die so gut wie alles enthält, ist bis auf das Mückenmittel noch vollständig. Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück, denn nicht allen ging es immer gut. Wie auch immer, ich liebe das Essen hier! Allein die vielen verschiedenen Früchte, die es in Deutschland nicht gibt. Dann die gefüllten Teigtaschen (Empanadas) oder die in einem Maisblatt gekochten Maisteiglinge (Humitas). Es lässt sich recht gut vegetarisch speisen, wobei es auch sehr viele Köstlichkeiten mit Fleisch gibt, wie zum Beispiel Hornado, das am Stück stundenlang gegarte Schwein, das am Ende ganz zart ist und mit einer speziellen weißen Maisart (Mote) und Avocado serviert wird. Lecker!
Bevor es einen gesundheitlich ganz umhaut, lohnt es sich eventuell schon sich selbst die Zeit zu geben, sich an alles zu gewöhnen. Auch vom Leitungswasser würde ich die Finger lassen. Es gibt Wasser in 20 Liter Kanistern für 1,80$ zu kaufen, das ist eine gute und günstige Alternative. Dennoch sollte man meiner Meinung nach nicht die Chance verpassen, das landestypische Essen zu kosten.

All das, die Wohnung, meine lieben Mitfreiwilligen, die schon zu Freunden geworden sind, die erfüllende Arbeit, die netten Kollegen, das facettenreiche Land und nicht zuletzt das feine Essen haben dazu beigetragen, dass ich mich nach sechs Monaten bereits zu Hause fühle und mir kaum ein anderes Leben vorstellen kann, auch wenn ich mir bewusst bin, dass ich nach weiteren sechs Monaten wieder in Deutschland sein werde, wo ich vor einiger Zeit mein eigentliches Zuhause voller Nervosität verlassen habe. Das ist es eben, was die Halbzeit ausmacht. Man ist sich beider Seiten bewusst. Ich lebe hier und jetzt in Ecuador und weiß doch, dass das nur vorübergehend ist. Ich genieße meine Zeit hier und versuche so viel mitzunehmen wie möglich ist: Erinnerungen an Orte, Menschen, Gespräche, unerwartete oder erfreuliche Situationen, Freunde, Herausforderungen und das Selbstvertrauen sie gemeistert zu haben. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass auch nach meiner Rückkehr etwas von mir hierbleibt. Was das ist kann nicht ich entscheiden, aber ich kann versuchen es so positiv wie möglich zu gestalten.

Das ist mein Ziel!

Ein Jahr in Ecuador

Ich muss zugeben, dass ich bis zu dem Zeitpunkt als ich schließlich im Flugzeug nach Quito saß nicht wirklich realisiert habe, was tatsächlich auf mich zukommt. Mein Name ist Milena Zoe und ich bin 18 Jahre alt. Die Entscheidung ein Jahr nach Ecuador zu gehen war ziemlich spontan. Ich hatte keine Ahnung was ich sofort nach der Schule hätte studieren wollen, und definitiv keine Lust direkt wieder weiter über Büchern brüten zu müssen. Darum war für mich eine Zeit im Ausland immer mein Plan. Ich habe gehofft, mir so etwas mehr im Klaren darüber zu werden, was ich später machen wollte, ein neues Land kennenlernen, mich selbst zu finden und natürlich auch meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Von dem „Weltwärts“ Programm hatte ich schon öfters gehört, da auch andere Freunde von mir ein Auslandsjahr geplant hatten. Von der „Ecuador Connection“ habe ich jedoch über meine Mutter erfahren, welche über eine Bekannte eine Liste von „Weltwärts“ unterstützten Projekten bekommen hatte.

Die „Ecuador Connection“ hat mich sofort am meisten begeistert. Meine Familie reist viel und gerne, aber Südamerika war völlig neu für mich. Ich hatte beeindruckende Dinge über das Land Ecuador gehört und auch beide Projekte haben mich angesprochen. Das Problem war nur, dass, als ich überhaupt erst von der Organisation gehört hatte, die Bewerbungsfrist schon vorbei war. Trotzdem habe ich dort angerufen, nur um ganz sicher zu gehen, das meine Chance verpasst war und ich hatte Glück: da noch nicht alle Freiwilligen feststanden, wurde ich doch noch auf ein Vorstellungsgespräch eingeladen. Nach allen Informationen, die ich bei diesem Gespräch über beide Projekte bekommen habe, stand für mich nun endgültig fest, dass ich nach Quito will. Zwei Tage später kam die frohe Botschaft, dass ich auch angenommen wurde. Natürlich habe ich mich riesig gefreut, aber gleichzeitig konnte ich, da alle Entscheidungen so schnell gefallen sind, nicht wirklich realisieren, dass ich tatsächlich für ein ganzes Jahr in Ecuador, auf der anderen Seite der Erde leben werde.

Dieser Gedanke war schon etwas gruselig. Meine absolut größte Sorge neben Heimweh war die Sprache: ich hatte noch nie zuvor ein Wort Spanisch gesprochen, und über fast alle südamerikanischen Länder kannte ich das Gerücht, dass dort niemand Englisch oder eine sonstige andere Sprache sprechen könne. Ständig wurde mir gesagt, dass ich, da ich fließend französisch sprechen kann total schnell auch ins Spanische rein kommen würde, aber trotzdem hatte ich Angst davor, wie ich in einer Großstadt wie Quito mit dieser Sprachbarriere zurechtkommen würde. Auch die Arbeit hat mir großen Respekt eingeflößt. Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung hat mich zwar schon länger interessiert, allerdings hatte ich keinerlei Erfahrung darin. Darum war ich besorgt darüber, ob ich wirklich alle meine Hemmungen fallen lassen könnte und fremden Leuten beispielsweise die Windeln wechseln könnte.

Viele Dieser Bedenken lösten sich jedoch schon auf dem zehntätigen Vorbereitungsseminar auf. Die Sorge über Heimweh verging schnell, da ich dort alle anderen Freiwilligen kennenlernen konnte und somit auch meine WG-Mitbewohner. Mit allen habe ich mich sofort gut verstanden, und es hat mich beruhigt, dass viele meine Sorgen teilten. Auch mit ehemaligen Freiwilligen zu sprechen und ihre Erfahrungen zu hören hat mir sehr geholfen. So habe ich noch mehr über das Land erfahren und konnte es von da an gar nicht mehr erwarten endlich alles mit eigenen Augen zu sehen. Zudem haben wir ähnliche Einrichtungen wie die in Quito und Ibarra besucht, wo ich einen kleinen Einblick in die Arbeit die mich erwarten würde bekommen habe. Außerdem konnten wir mit den Chefinnen beider Fundaciónen skypen. Sie haben uns alle Fragen offen beantwortet, und die Freude die sie bei der Arbeit hatten war ansteckend. Die Skypegespräche waren natürlich auf Spanisch, und obwohl mir viel übersetzt werden musste war ich überrascht, wie viel ich schon verstanden habe.

Nach dem Seminar habe ich nur noch auf die Abreise zugefiebert. Ich habe nur noch von Ecuador geträumt und bin in Gedanken schon den Cotopaxi bestiegen, den Dschungel durchwandert und Salsa getanzt. Dieses Gefühl hat sich, in Quito angekommen, gehalten .

Natürlich war der Abschied von Freunden und Familie schmerzhaft, doch es gab so viel Neues zu entdecken, dass ich an Heimweh kaum denken konnte.

Was erwartet man nun wenn man nach Quito kommt, die Hauptstadt von Ecuador? Ob bewusst oder nicht, hat man sofort generelle Vorurteile im Kopf: Wuselige Städte, unbekanntes Essen, unübersichtliche Infrastruktur, möglicherweise Kriminalität und am besten noch Hirten, die mit Alpaka und Panflöte Ponchos am Straßenrand verkaufen. Ich habe mich bemüht diese Vorurteile aus meinem Kopf zu verdrängen, aber natürlich klappt das nie zu Hundert Prozent. Deshalb war ich überrascht, keinen Kulturschock bekommen zu haben. Anfangs dachte ich, ich würde mich nie in Quito zurecht finden. Aus Berlin kannte ich bloß die (normalerweise) strukturierte Bvg, und musste mich daher erst daran gewöhnen nirgendwo einen Busfahrplan zu finden, allen Bussen zu winken und teilweise auch auf diese aufspringen zu müssen, wenn sie nicht komplett anhalten. Aber das sind Dinge, an die man sich innerhalb von kürzester Zeit gewöhnt und nach wenigen Tagen hat man das Prinzip verstanden und findet sich ohne Probleme zurecht.

Über die Arbeit kann ich sagen, dass ich mich schon nach meinem ersten Tag in der Fundación dort wohl gefühlt habe. Auch wenn ich nur einen klitzekleinen Bruchteil von dem verstanden habe,  was mir alles erklärt wurde, habe ich mich sofort willkommen gefühlt. Die erste Gruppe in die ich eingeteilt wurde war Gozo. Dort sind die Kinder (auch wenn Erwachsene in den Gruppen sind, werden alle als Kinder bezeichnet und das möchte ich hier fortführen) mit den schwersten Behinderungen. Daher beziehen sich die Aufgaben dort eher auf die Pflege. Von Anfang an war ich komplett in die Gruppe integriert, und Dinge wie Windeln wechseln und Füttern werden zur Normalität. Spätestens nach einer Woche hat man diesbezüglich alle Hemmungen abgelegt. Zudem sind alle Leute total offen und hilfsbereit. Mein Spanisch war besonders am Anfang wirklich nicht schön anzuhören, und auch noch jetzt quatsche ich, mittlerweise zum Glück irgendwie verständlich, aber trotzdem noch mit abenteuerlicher Grammatik einfach drauf los. Kein einziges Mal habe ich eine genervte Reaktion bekommen, und die Geduld meiner Kollegen beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.

Nun noch ein paar letzte Worte zu meinen ersten Eindrücken zum Land Ecuador. Mich, aus dem platten Berlin beeindrucken die Berge bisher von allen Naturwundern dieses Landes am meisten. Beim ersten Ausflug auf 4000 Meter habe ich mich in die Anden verliebt. Ich bin nicht sicher was mir mehr den Atem geraubt hat: die wundschöne Aussicht und Landschaft oder die Höhe. Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit sehe ich den Cotopaxi durch die Wolken brechen und kann mich an diesem Anblick einfach nicht satt sehen. Bisher habe ich nur einen kleinen Teil dieses Landes gesehen, aber ich bin gespannt was ich hier noch alles sehen werde. Die Zeit verfliegt wahnsinnig schnell. Ich kann nicht glauben schon drei Monate hier zu sein, aber freue mich über jeden weiteren Tag.

Milena

"Vamonos al viaje...

...para buscar los sonidos magicos de Ecuador!". Diese Worte der deutschen Band "Sash!" kamen an jenem 1. August diesen Jahres aus meinem Mund, als das Flugzeug ecuadorianischen Boden berührte. Am Morgen dieses Tages hatte ich meine Heimat, meine Familie und meine Freunde zurückgelassen, um in ein Abenteuer aufzubrechen, das in vielerlei Hinsicht alles übertreffen würde, was ich bis zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben gemacht hatte. Selbstverständlich war ich etwas nervös, denn schließlich erwartete mich jenseits der Flugzeugtüren ein Ort, der für ein ganzes Jahr mein Zuhause sein würde und dessen Eigenheiten ich bis zu jenem Zeitpunkt nur aus Büchern und aus Geschichten anderer kannte. Ich durfte an diesem Tag beginnen, meine eigene Geschichte über dieses wundervolle Land zu schreiben und ich wusste, dass diese, wie es sich für eine gute Geschichte gehört, Hochs und Tiefs haben würde. Aber dennoch wurde meine Gefühlswelt in jenem Moment der Landung im neuen Zuhause von einer unbeschreiblichen Vorfreude und einem großen Glück erfüllt, da ich wusste, dass diese Geschichte vorallem eines werden würde: einzigartig!

Den ganzen, umfangreichen Bericht von Milena gibt es unten als Datei zum Dowload...

 

Viola - 1. Bericht

Angekommen

Bevor ich nach Ecuador ausgeflogen bin, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie es in dem südamerikanische Staat wohl aussieht, wie die Menschen dort auf mich reagieren, ob ich wirklich so sehr heraussteche, wie mir gesagt wurde und ob ich meine Arbeit dort gut machen werde.
Es gibt viele Dinge, über die man sich im Voraus informieren kann, aber vieles muss man einfach während seinem Aufenthalt im Land beobachten, aufnehmen und reflektieren.
Ich weiß noch wie angsteinflößend es war, auf manche Fragen keine Antwort zu wissen und sich auf das Unbekannte einzulassen und die Eindrücke auf sich einwirken zu lassen.

Wenn ich jetzt an meine ersten Eindrücke von Ecuador denke, fällt mir wieder einmal auf, wie normal das Leben hier in Ecuador für mich geworden ist. Ich weiß noch, wie ich zu Sarah (einer der Freiwilligen des vorherigen Jahres) gesagt habe: „Ich werde mich nie an die Ansicht dieser Berge gewöhnen!“, sie meinte daraufhin, dass der Anblick irgendwann ganz normal sein wird und man sich sehr wohl daran gewöhnt und sie hatte recht. Ich genieße die Aussicht auf die Berge noch immer wie am ersten Tag, aber ich bin nicht mehr so überrascht und überwältigt von deren Anblick, sie sind wie so viele andere Aspekte ein Teil meines Alltags geworden.
Die ersten Dinge, die mir persönlich an Ecuador aufgefallen sind, ist zum einen die Architektur, die sich in vielen Bereichen von der in Europa unterscheidet, der Kabelsalat, der über den Straßen hängt, die vielen kleinen Läden am Straßenrand, die Berge und zum anderem das Klima, was immer unberechenbar scheint.
War das das, was ich vorher von Ecuador erwartet hatte? Höchstwahrscheinlich nicht.

Ich glaube jeder von uns Freiwilligen hatte ein Bild von Ecuador, bevor er hierher geflogen ist. Ich persönlich habe dies auch gebraucht, um mich auf die Reise vorzubereiten und irgendeinen Anhaltspunkt zu haben. Immer wenn ich an Bilder gedacht habe, habe ich diese sofort mit Vorurteilen und Klischees verbunden.  So habe ich in den ersten drei Monaten realisiert, dass es an sich nicht schlimm ist ein Bild von einem Land zu haben, das braucht der Mensch nun einmal, um sich zurecht zu finden, aber man muss  für die äußeren Einflüsse offen sein, damit man das Bild formen, verändern oder vielleicht ganz über Bord werfen kann. Man kann wahrscheinlich keinen größeren Fehler machen, als in einem Land anzukommen und zu glauben alles zu wissen.
Der Freiwilligendienst ist ein Lernprozess, der nicht nach den ersten drei Monaten aufhört, ich bin mir sehr sicher, dass ich bis zu meinem letzten Tag hier in Ecuador noch neue Dinge lernen werde, egal ob es sich dabei um eine neues Wort oder Erkenntnisse über das Land und die Kultur handelt.

Erwartungen von anderen oder von mir an mich selbst, haben  mich manchmal unter Druck gesetzt.
In den ersten Tagen nach meiner Ankunft hatte ich dadurch viele Selbstzweifel.
Kann ich auf Spanisch kommunizieren? Werden sie mich auslachen? Mache ich die Arbeit gut genug? Mache ich Fehler und niemand sagt es mir? Und vor allem: Mögen mich die Kinder?
Ich glaube, das sind Gedanken, die in uns allen aufgekommen sind, welche man aber schnellstmöglich in den Hinterkopf verschieben sollte, weil darüber zu grübeln einem nur Kopfschmerzen bereitet.
Am Anfang habe ich mich oft  fehl am Platz gefühlt, weil alles so unbekannt und fremd war, weil ich hier fremd war. Ich kann von Glück reden, dass die Kinder es mir sehr leicht gemacht haben, mich einzufinden. Sie haben mir im Haus alles gezeigt, wo sich was befindet und haben fröhlich auf mich eingeredet, während ich einfach nur nickend und mit gezwungenem Lächeln daneben stand, weil ich sie anfangs nicht sehr gut verstehen konnte.
Gerade in den ersten Tagen und Wochen habe ich mich in einer wirklich stressigen Situation befunden, was mir erst nach ungefähr zwei Monaten aufgefallen ist, als der Stress von meinen Schultern abgefallen ist und ich mich plötzlich leichter gefühlt habe. In diesem Moment wusste ich: Ich bin angekommen.
In ein neues Land zu reisen und ständig etwas Neues zu entdecken, ist super spannend und aufregend, aber die Anpassung ist für den Körper am Anfang nicht immer leicht.
Ich weiß noch, wie ich alles an Ecuador immer toll und wunderschön fand, als hätte ich eine rosarote Brille auf. In Realität habe ich festgestellt, dass es doch verschiedene Punkte gibt, die mir nicht so gut gefallen, wie zum Beispiel das aktuelle Bildungssystem.
Manche Dinge fallen einem vielleicht sofort auf und andere erst nach acht Monaten, aber ich finde es wichtig, sich sowohl mit den positiven als auch negativen Seiten eines Landes zu beschäftigen, denn seien wir mal ehrlich, niemand ist perfekt und genauso wenig ist es die Regierung eines Landes (weder in Europa noch in Südamerika).
So versuche ich weiterhin mein Bild von Ecuador auszuschmücken, Teile wegzuradieren und neues hinzuzufügen.

Unsere ersten 3 Monate hier in Ecuador waren von vielen verschiedenen, zum Teil auch unerwarteten Ereignissen, geprägt. Wir haben zusammen die ersten Hochs und Tiefs unseres Freiwilligendienstes erlebt und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Ereignisse mit meinen WG-Mitbewohnerinnen teilen konnte.
So haben wir zusammen Wanderungen in den Bergen oder am See gemacht, Städte erkundet, über unsere Erlebnisse bei der Arbeit geredet, zusammen gekocht, Musik gehört und unsere Wohnung etwas umgestaltet und personalisiert.
Auf der anderen Seite hat unsere WG die erste Krankheitswelle überstanden und saß während dem Ausnahmezustand in Ecuador zusammen  in der Wohnung fest.
Gerade diese Zeit hat uns als WG meiner Meinung nach besonders zusammengeschweißt.
Das ist der Vorteil an einer WG: immer jemanden haben, an den man sich wenden kann, der einen versteht, weil er sich in der gleichen Situation befindet und nie alleine sein, wenn es vielleicht einmal unschön wird oder etwas Unerwartetes passiert.
In dieser Zeit haben wir hier großartige Menschen kennengelernt, die uns geholfen haben, uns zurechtzufinden und uns immer unter die Arme gegriffen haben.
Nachbarn, an die wir uns bei jeder Frage oder jedem Problem wenden konnten.
Freunde, die die Geduld hatten (und immer noch haben), unserem noch etwas gebrochenen Spanisch zuzuhören.

Ich kann nach diesen ersten ereignisreichen Wochen nur sagen, dass ich mich sehr auf die kommenden Monate freue und gespannt bin, was uns noch so erwartet.
Während des Ausnahmezustands in Ecuador habe ich noch einmal mehr realisiert, dass ich jetzt noch nicht bereit wäre, wieder nach Hause zu fahren. Mir sind die Kinder und auch meine WG sehr ans Herz gewachsen und jetzt alles zurück zu lassen, ist für mich unvorstellbar.
Ich kann inzwischen stolz sagen, dass ich nicht mehr durch die Straßen Ibarras irre, sondern mich soweit orientieren kann, dass ich inzwischen Lieblingsorte in der Stadt gefunden habe. Es macht mir immer eine Freude, wenn ich auf die Straße hinaustrete und von unseren Nachbarn begrüßt werde, weil  es mir das Gefühlt gibt dazuzugehören und angekommen zu sein.
Wenn ich von unserer Dachterrasse aus auf die Berge und die umliegenden Häuser schaue, sehe ich mein Zuhause in Ecuador, eine Stadt, die vielleicht eher kleiner und übersichtlicher ist, aber auch jede Menge zu bieten hat.
Ibarra ist ein Ort, an dem ich mich selbst in den schwierigen Zeiten immer wohl und sicher gefühlt habe.
Ein Ort, den ich selbst ohne die rosarote Brille und mit seinen Macken zu lieben gelernt habe.
Noch ist mein Bild von Ecuador wie eine Skizze mit ein paar Farbkleksen, welches nur darauf wartet bis zum Ende des Jahres ein wunderschönes Kunstwerk zu werden und einen Rahmen zu bekommen.

Raphaela - 1. Bericht

Raphaela

Liebe/r weltwärts-Interessierte,

diesen ersten Bericht adressiere ich an dich. Solltest du gerade auf der Suche nach einer passenden Einsatzstelle sein, hast du bestimmt viele Fragen. Ein paar davon versuche ich im Folgenden zu beantworten.

Zuerst will ich mich vorstellen: Ich heiße Raphaela, bin 18 Jahre alt und habe nach meinem Abitur in diesem Jahr  im August meinen Freiwilligendienst in Quito/Ecuador begonnen. 

Unglaublich aber wahr: Es sind schon drei Monate und damit ein Viertel meiner Zeit hier in Ecuador vorbei. Gerade saß ich doch noch nervös zu Hause und habe mir selbst so viele Fragen gestellt. Fragen - ja, ich hatte einige davon. Angefangen bei „Was muss dringend in den Koffer?“ über „Wie mag wohl der Abschied von meiner Familie werden?“ und  „Wie wird meine Begrüßung in Quito aussehen?“ bis hin zu „Wie finde ich die richtigen Busse?“ und ganz wichtig „Komme ich überhaupt mit dem Spanisch  vor Ort klar?“.

Bevor du jetzt glaubst, man wird mit all diesen Fragen allein gelassen: Das stimmt nicht, denn von meiner anfänglich riesengroßen Nervosität blieb nach dem ausführlichen, gut organisierten Vorbereitungsseminar hauptsächlich eine unstillbare Vorfreude übrig, was auch daran lag, dass ganz viele Fragen geklärt wurden.  Oben genannte beschäftigten mich jedoch weiterhin und spätestens als sich das Kofferpacken nicht länger nach hinter verschieben ließ wurde die erste Frage aktuell. Als ich dann das dritte Mal umpacken musste, weil der Koffer viel zu klein erschien und ich mich nicht zwischen einem weiteren Paar Schuhe oder einer dickeren Jacke entscheiden konnte, brach das erste Mal eine kleine Krise aus, bei der auch das ein oder andere Tränchen floss. Dazu muss ich sagen, dass Packen noch nie zu meinen Stärken zählte. Im Nachhinein bin ich mir allerdings auch sicher, dass das dazu gehört und ich auch bestimmt nicht die einzige Freiwillige war, der das so ging. Was soll‘s, am Ende war das die einzige beinahe verzweifelte Situation vor meiner Abreise  und schlussendlich passte doch alles in den Koffer, was wirklich dringend mitmuss. Dazu gehören definitiv Wanderschuhe und mindestens ein (besser zwei) dicke Pullis und Kuschelsocken, denn es ist eher zu kalt als zu warm. Wenn das Kofferpacken dann geschafft ist, geht alles ganz schnell und plötzlich ist der Tag auch schon da, der Abschied, ob nun tränenreich oder nicht, hinter sich gebracht und man wacht plötzlich im Flieger mit Kurs auf Quito auf. So schnell kann es gehen. Und ich sage euch, ab da sind die Unsicherheiten verschwunden und spätestens wenn die schneebedeckte Spitze des Cotopaxi über den Wolken auftaucht, wird einem wieder bewusst, warum man sich für diesen Schritt entschieden hat. Über all der Aufregung verfliegt auch der Abschiedsschmerz recht schnell und auch die vielen neuen Eindrücke, die man die nächsten Tage erleben wird, werden das Heimweh klein halten. Zumindest ging es mir so.

Dann die Landung, die ersten Fotos noch auf dem Rollfeld, man wird hinter den anderen Reisenden zu den Kofferbändern geschleust, findet sein Gepäck, geht zum Ausgang und sucht dann nach irgendetwas, das einem verrät wo man hinmuss. Wie erkenne ich eigentlich die Person, die mich abholt? Das ist auf jeden Fall eine meiner unnötigsten Fragen  gewesen, denn unsere Mentorin wartete mit einem Schild, auf dem unsere Namen standen, wild wedelnd direkt am Ausgang auf uns.  Umarmung, Küsschen, kurze Namensrunde und ab ins Taxi. Das erste Kennenlernen hab ich also auch problemlos überstanden. Nach der netten Begrüßung in unserer wirklich schönen Wohnung, war auch die letzte Spannung für diesen Tag von mir abgefallen. Müde und überrascht, dass trotz Aufregung und anfänglicher Zweifel alles glatt gelaufen ist und ich tatsächlich in Ecuador angekommen  bin, schlief ich dann ziemlich direkt ein.

Bis hierhin doch gar nicht so schlimm, oder? Merke: Zu viele Fragen bringen dich auch nicht weiter. Trotzdem okay, wenn du sie dir stellst. Hab ich schließlich auch ;)

In den nächsten Tagen klärten sich dann auch die restlichen Fragen. Unsere Vorgängerin, die noch eine Woche mit uns in der Wohnung wohnte, nahm sich viel Zeit und zeigte uns den Weg zur Arbeit, wenn es sein musste wiederholte sie auch drei mal, wo wir aussteigen müssen bzw. wie wir uns das am Besten merken können. Sie erklärte uns auch das Bussystem, zeigte uns Supermärkte und half uns mit dem ersten Gasflaschenwechsel und den Miet-, Strom- und Wasserrechnungen. Auch um die Überschreibung des WLANs kümmerte sie sich, sodass am Ende der Woche kaum Fragen offen blieben. Ein dickes Danke nochmal!

Jetzt waren wir also auf uns gestellt. Aber siehe da: Es war überhaupt kein Problem. Selbst in einer Großstadt wie Quito, hat man nach kurzer Zeit einen groben Überblick. Die Busse sind gut ausgeschildert und wenn doch eine Frage offen ist, sind die Busfahrer meist sehr hilfsbereit. Übrigens auch (oder gerade wenn) die Frage im übelsten Spanisch und komplett grammatikbefreit gestellt wird. Hierbei sind besonders die Tías in der Fundación sehr geduldig. Sie beherrschen auch bestens die Kommunikation mit Händen und Füßen, sodass jeder Freiwillige, ob mit oder ohne Spanischkenntnissen versteht, was er zu tun hat. Damit wäre auch schon die letzte Frage geklärt. Und wie ihr seht, hat alles fast von allein geklappt und war nicht annähernd das Kopfzerbrechen wert, das es im Vorfeld gekostet hat.

Wenn der Anfang erstmal geschafft ist und man mit etwas Mut und Zuversicht in das „neue Leben in Ecaudor“ startet, kommt der Alltag, meiner Erfahrung nach, ganz schnell. Und mit ihm kommt das „Sichtzurechtfinden“ und das heimelige Gefühl gleich mit dazu. Ich jedenfalls bin super froh über mein schnelles Ankommen im Alltag. Ich weiß, was ich jeden Tag zu tun habe, kenne mich aus in der Fundación, in den Supermärkten, weiß wo die Wäscherei ist und wo ich Wasser und Gas kaufen kann. An den Wochenenden bleibt dann Zeit die ersten Reisen zu planen oder die Stadt zu erkunden. Auch das Zusammenleben in der WG gibt sich dann ganz schnell von allein.

Mein Tipp: Bloß nicht über alles zu viele Gedanken machen.  Es wird schon klappen. Also nur Mut!

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