✉ info@ecuador-connection.org

☎ (+49) 160/92 56 37 58

Instagram @ecuador_connection

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Auf einmal heißt es:

In drei Monaten geht es nach Hause – und ich weiß noch gar nicht richtig, was ich darüber denken soll. Diese Aussage löst in mir so viele gemischte Gefühle aus. Einerseits freue ich mich schon sehr auf meine Familie, meine Freunde, das deutsche Essen und alles, was ich aus Deutschland vermisse. Andererseits habe ich mir mittlerweile ein richtiges Leben hier aufgebaut. Ich verbringe so viel Zeit mit meinen Mitfreiwilligen und mit den Kindern bei der Arbeit, habe neue Hobbys gefunden, Freundschaften geschlossen und mich total an die leckeren Früchte und das Essen hier gewöhnt. Ich weiß jetzt schon, dass mir später Vieles von hier fehlen wird.

Manchmal bin ich bei der Arbeit und merke, wie sehr mir die Kinder ans Herz gewachsen sind und dass sie auch mich in ihr Herz geschlossen haben. In diesen Momenten möchte ich mich am liebsten gar nicht von ihnen verabschieden müssen. Mit den Educadoras (den Erzieherinnen im Casa) verstehe ich mich ebenfalls supergut, und auch sie sind ein großer Teil meines Lebens hier, da ich täglich so viel Zeit mit ihnen verbringe. Die Tagesabläufe sind zur Normalität geworden und ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit.

Auch außerhalb der Arbeit fülle ich meine Tage mit Unternehmungen mit meinen Mitfreiwilligen oder mit Spaziergängen durch die Stadt. Ibarra ist mir inzwischen total vertraut und ich liebe die Stadt, weil sie einfach toll zum Leben ist. Sie ist nicht zu groß und nicht zu klein, man bekommt alles, was man braucht, und ist gleichzeitig schnell in der Natur oder zum Beispiel am See. Wenn ich das alles manchmal aus der Vogelperspektive betrachte, kann ich kaum fassen, dass dieses bunte und aktive Leben hier in ein paar Monaten schon Vergangenheit sein wird.

Gleichzeitig merke ich aber auch, wie sehr ich mich auf Deutschland freue. Meine Mutter hat mich im April hier besucht und im Mai habe ich Besuch von einer Freundin bekommen. Es war so schön, ihnen mein Leben hier zeigen zu können und sie endlich mal wiederzusehen. Allerdings fiel es mir auch schwer, sie einfach wieder gehen zu lassen. Innerhalb weniger Stunden waren sie wieder in Deutschland und es war ein komisches Gefühl zu sehen, wie „einfach“ es eigentlich ist, wieder nach Hause zu fliegen. Für mich ist das Nachhausekommen so eine große Sache, die ja doch noch etwas Zeit braucht. Nach ihren Abflügen habe ich deshalb gemerkt, dass ich schon ein wenig Sehnsucht nach Zuhause hatte und am liebsten selbst mit in den Flieger gestiegen wäre.

Zwischen diesen beiden Emotionen fühle ich mich total hin- und hergerissen und weiß noch nicht ganz, wie ich damit umgehen soll.

Letzte Woche waren wir für zehn Tage in Peru, was sehr cool war. Gleichzeitig hat mich die Reise natürlich auch etwas aus meinem Alltag herausgerissen. Deshalb denke ich, dass ich mich jetzt erst einmal wieder einpendeln muss. Außerdem wird die Zeit wahrscheinlich total schnell vergehen, weshalb ich mir vorgenommen habe, alles, was ich hier habe, besonders wertzuschätzen und die Zeit einfach zu genießen. An den Wochenenden möchte ich gerne noch ein paar Ausflüge machen und Orte besuchen, an denen ich bisher noch nicht war.

In den letzten Monaten bin ich viel gereist. Abgesehen von meinen drei großen Reisen nach Costa Rica, Galápagos und Peru bin ich an den Wochenenden an verschiedene Orte in Ecuador gefahren. So war ich zum Beispiel im Nebelwald in Mindo, ich bin den Pasochoa-Vulkan neben dem Cotopaxi hochgewandert, war beim Teleférico (eine Aussichtsplattform) in Quito und mehrmals in Otavalo.

Durch das Reisen und durch unseren Besuch im Parlament in Quito habe ich das Gefühl, Ecuador inzwischen viel besser zu kennen und das Land und die Menschen besser zu verstehen. Ich finde nicht nur die Biodiversität des Landes total beeindruckend, sondern auch die Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Menschen. Tatsächlich gibt es in Ecuador 14 anerkannte indigene Sprachen, die noch heute gesprochen werden. Sie haben sich vor tausenden von Jahren entwickelt und ich finde es schön zu sehen, dass sie bis heute existieren. Leider geht die Zahl der Menschen, die indigene Sprachen sprechen, immer weiter zurück, da die Amtssprache Spanisch im Berufsleben deutlich mehr Möglichkeiten bietet. Deshalb entscheiden sich viele Eltern dafür, ihren Kindern eher Spanisch beizubringen. Trotzdem finde ich es erstaunlich, wie lange sich diese Sprachen gehalten und behauptet haben.

Bei unserem Besuch im Parlament haben wir natürlich auch viel über die ecuadorianische Politik und auch Geschichte erfahren. Ich empfand es als sehr interessant, nochmal mehr über den Aufbau des Landes und auch die Hintergründe zu erfahren. In dem Parlamentsraum gab es beispielsweise eine Wand mit Kunstwerken eines ecuadorianischen Künstlers, welche die Geschichte Ecuadors repräsentieren sollten. Diese künstlerische Darstellung soll den Politikern stets vor Augen führen, für welches Volk sich einsetzen. Die Kunstwerke drücken meiner Meinung nach sehr viele Emotionen aus und ich fand sie sehr beeindruckend.

Insgesamt merke ich, wie prägend diese Zeit für mich ist und wie viel ich hier bereits lernen durfte. Auch wenn der Gedanke an den Abschied manchmal traurig ist, freue ich mich gleichzeitig darauf, die letzten Monate hier noch bewusst zu erleben und möglichst viele Erinnerungen mitzunehmen. Ich bin gespannt, was die kommende Zeit noch für mich bereithält, und möchte jeden Moment hier so gut wie möglich genießen.

 

Logo weltwaerts

QuifdLogo