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Berichte von Florian Schönemann

1. Bericht: Januar 2009

2. Bericht: Februar 2009

 

 

Benjamin Steinhauer

1. Bericht: Januar 2009

Die Fundación nennt sich „Cristo de la calle" und befindet sich mitten in Ibarra. Sie finanziert sich hauptsächlich aus Spenden, da sie nicht staatlich ist. Bei der Fundación handelt es sich allerdings nicht rein um ein Straßenkinderprojekt, so werden auch Behinderte Kinder aufgenommen sowie Kinder deren Eltern im Gefängnis sitzen oder Drogenabhängig usw. sind. Die Aufgaben der Fundación bestehen hauptsächlich aus zwei Kernbereichen. Einer davon sind die „Niños de casa", d.h. die Fundación besitzt vier Häuser in denen jeweils eine Frau angestellt ist, die dort in drei von vier Fällen mit ihrem Mann oder sogar mit der Tochter wohnt und sieben Straßenkinder betreut oder besser gesagt eine Familie bietet. Und hier würde dann auch gleich die Arbeit der Freiwilligen ansetzten, denn man würde in einem der Häuser wohnen und am täglichen leben teilnehmen bzw. helfen. Das fängt an mit helfen beim anziehen, beim Frühstück machen, beim lernen vor der Schule und schließlich begleiten man einen Teil der Kinder zur Schule oder Kindergarten. Um Mittag rum hätte man dann ein wenig Freizeit.

Allerdings muss man auch an manschen Tagen Kinder zu ihrer Therapie oder zum Arzt begleiten. Am frühen Nachmittag würde man dann im CNH bei den Gruppen mitarbeiten und gegebenen falls im Hauptgebäude der Fundación, in dem die "niños libres" Tagsüber betreut werden Englisch und Mathe Nachhilfe geben oder in der eigenen Familie beim Hausaufgaben machen helfen. Am Abend würde man dann wieder beim Essen machen helfen oder mit den Kindern spielen, lernen usw. Der zweite Bereich in dem die Fundación arbeitet, sind wie bereits erwähnt die „niños libres" dies sind Kinder, die in Sozial schwachen Familien wohnen und nach der Schule in der Fundación Essen so wie Hausaufgabenbetreuung bekommen und dort auch gemeinsam spielen können. Außerdem erhalten die Familien von der Fundación monatlich einen großen Sack mit Lebensmitteln als Unterstützung. Ein weiterer Arbeitsbereich besteht darin, dass eine Mitarbeiterin mit Eltern im Gefängnis über die Lebensverhältnisse ihrer Kinder spricht und diese dann besucht und falls nötig in die Fundación aufnimmt. Also für Freiwillige bestehen dort so viele Möglichkeiten wo man helfen kann und man hat sogar viel Freiraum um eigene Projekte zu verwirklichen!


2. Bericht: Februar 2009

Zuerst zur Frage wie wir die Lage hier einschätzen und ob wir eine Zukunft fürs Projekt sehen: Zur Zeit arbeiten wir noch für beide Einrichtungen, wobei wir zum CNH vor allem deswegen gehen, um unsere Unterschrift zu bekommen. Denn alle drei halten wir die Arbeit beim CNH für weit weniger notwendig als in der Fundación. So arbeiten wir jetzt jeden Tag Vormittags in einem Kindergarten des CNH, was an für sich nicht schlecht ist, aber wenn man bedenkt, dass dort die Kinder der reichen Familien Ibarras untergebracht sind, da das ganze momentan noch ein Pilotprojekt ist, fragen wir uns dann schon, ob unsere Hilfe den richtigen zugute kommt. Nachmittags arbeiten wir dann jeweils 1Std.in den Grupales des CNH welche man auch mit einem Kindergarten gleichsetzen kann. Zu diesen Stunden muss man leider sagen dass sie nicht sehr produktiv sind, da erstens die 1 Std. überhaupt nicht ausreicht um vernünftig mit den Kindern zu arbeiten und zweitens entsteht durch diesen Zeitdruck eine so große Ungeduld bei den Eltern und den Promotoras, dass diese meistens die Arbeit der Kinder machen! In der Regel wird unsere Anwesenheit also für kleinere Angelegenheiten ausgenutzt, die genauso gut ohne uns funktionieren könnten… und das ist ja nicht wirklich Sinn unseres Aufenthaltes. Ein weiterer Grund der gegen den CNH spricht ist, dass uns dort das Gefühl vermittelt wurde, dass wir als deutsche Voluntarios vor allem Vorzeigeobjekt sind. Aus diesen Gründen, und vor allem wie gesagt auch, da uns wichtige Zeit verloren geht, die wir in der Fundación Christo de la Calle wesentlich effizienter verbringen könnten, stellt sich für uns folgende Frage: ist es wirklich notwendig dass wir für den CNH arbeiten (nur wegen der Unterschrift)? Prinzipiell dürfte es doch kein Problem darstellen, die Fundación als Arbeitsort für den Anderen Dienst im Ausland anzumelden. Denn wie gesagt: wir alle drei sind der Meinung, dass unsere Hilfe hier gebraucht und gefragt, und auch eine längerfristige Zusammenarbeit mit der Fundación auch von deren Seite mehr als gewünscht wird. Wir sind der Meinung, dass das Arbeiten für beide Organisationen über einen längeren Zeitraum nicht tragbar ist.

Damit ihr euch etwas mehr unter der Arbeit für die Fundación vorstellen könnt, hier mal ein kurzer Überblick: Die Fundación „Cristo de la Calle“ finanziert sich ähnlich wie die Fundación in Quito, hauptsächlich aus Spenden, da sie nicht staatlich ist. Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um ein Projekt für Straßenkinder, sondern es werden auch behinderte Kinder aufgenommen sowie Kinder deren Eltern im Gefängnis sitzen oder drogenabhängig sind, usw. Die Aufgaben der Fundación bestehen hauptsächlich aus zwei Kernbereichen. Einer davon sind die „Niños de casa“, d.h. die Fundación besitzt vier Häuser in denen jeweils eine Frau angestellt ist, die dort in drei von vier Fällen mit ihrem Mann oder sogar mit der Tochter wohnt und sieben Straßenkinder betreut oder besser gesagt eine Familie bietet. In dreien dieser Häsuer wohnt nun einer von uns. Das vierte Haus kann zurzeit noch keinen Voluntario unterbringen, da es relativ klein ist, allerdings wurde uns von der Fundación zugesichert, dass das ohne weiteres geregelt werden kann. Für das Wohnen in den Häusern zahlen wir monatlich 100$. Darin sind Essen, Miete und alle anderen im Alltag anfallenden Kosten inbegriffen…. In den Häusern stehen wir dann gemeinsam mit der Familie auf, helfen beim Anziehen, Frühstückmachen, begleiten die Jüngeren auf dem Schulweg oder andere zu ihren Therapieplätzen. Dadurch, dass jedes Haus natürlich einen eigenen Tagesrhythmus hat, kann man über die Freizeit so pauschal nichts sagen… ein Lochkartenprinzip gibt es jedoch nicht. Es kommt eben auf die Absprache an, aber die Fundación, bzw, die Edukatoras haben da ein offenes Ohr und es gab bisher noch keine Probleme deswegen. Bisher hatten wir für den zweiten Kernbereich, den „niños libres“ im Hauptgebäude der Fundación, noch keine Zeit, da eben der CNH die entsprechende Zeit in Anspruch nimmt. Dringend benötigt werden allerdings Sprachkurse und generelle Hausaufgabenbetreuung, usw. Ein weiterer Arbeitsbereich besteht darin, dass eine Mitarbeiterin mit Eltern im Gefängnis über die Lebensverhältnisse ihrer Kinder spricht und diese dann besucht und falls nötig in die Fundación aufnimmt. Also für Freiwillige bestehen dort so viele Möglichkeiten wo man helfen kann und man hat sogar viel Freiraum um eigene Projekte zu verwirklichen! Das Fazit lautet also, dass wir alle drei der Meinung sind, dass die Ecuador Connection neue Zivis nach Ibarra schicken sollte und eine Zusammenarbeit mit der Fundación sehr sinnvoll ist. Außerdem hoffen wir auf ein OK von eurer Seite, die Arbeit beim CNH einzustellen, damit wir uns voll und ganz auf die Arbeit in den Familien konzentrieren können.