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Bericht von Edda Schütte

1. Bericht: Oktober 2004

Seit ungefähr acht Wochen bin ich jetzt also in Ecuador und ich muss schon sagen ich fühle mich hier wirklich richtig wohl, wenn es auch Dinge gibt die mir nicht wirklich gefallen und es vielleicht darum so scheinen mag als ginge es mir nicht so besonders, alles in allem waren diese vergangenen Wochen in diesem Land und wohl auch dieser Stadt der Gegensätze (hier trifft Armut auf Reichtum, Überfluss, Konsum; Tradition auf Moderne; Großstadt auf provinzielles Flair) in jedem Fall acht der genialsten die ich bis zu diesem Moment erlebt habe…

Benjamin Steinhauer

In dem Weltdorf Quitos, der Mariscal, der absoluten Touristen- und Partymeile (auch als Gringolandia bekannt) liegt unser derzeitiges Domizil. Anhand der Beschreibung wird wahrscheinlich schon deutlich wie überaus begeistert ich von diesem Wohnort bin: es hat einfach recht wenig von Ecuador, die Amtsprachen sozusagen sind beispielsweise Deutsch und Englisch und der Grossteil der Ecuadorianer die man dort noch trifft sind die Indigenas die versuchen Kaugummis und Ähnliches zu verkaufen… und täglich (mit Ausnahme der Sonntage) fiesta, irgendwann müsste es doch auch einmal genug sein, oder?… Aber die Tatsache, dass ich mich noch nicht um irgendetwas anderes bemüht habe relativiert den Wunsch dieses Viertel zu verlassen dann doch schon ziemlich, nicht wahr, so übermäßig stört es mich dann doch nicht, sonst hätte ich mich wohl etwas intensiver um eine Alternative bemüht…

Die Arbeit in der Fundacion macht mir wirklich großen Spass, auch wenn mir die Atmosphäre in der Fundacion, wie wahrscheinlich auch schon bekannt sein wird, nicht so ganz gefällt Vormittags betreue ich gemeinsam mit einer Ecuadorianerin eine Gruppe von behinderten und nicht behinderten Kindern im Alter zwischen zwei und drei Jahren. Es wird eben versucht ihnen Grundkenntnisse wie Farben, Formen oder Zahlen und ähnliches zu vermitteln. Mit ihnen hat man jedenfalls echt mal Spass, es ist wirklich oftmals sehr witzig mit ihnen auch wenn es meistens Dinge sind die man ihnen eigentlich verbieten sollte über die man einfach nur lachen kann, und es geht nicht nur mir so…

Nachmittags helfe bei der Betreuung einer Gruppe von Behinderten zwischen sieben und elf Jahren, wobei zu dieser Gruppe etwas später noch Kinder zur Hausaufgabenbetreuung hinzukommen. Zunächst trage ich Sorge dafür dass alle Kinder auf die Toilette gehen bzw. gebracht werden, die Zähne geputzt werden ... Dann versuche ich sie soweit zu bringen ihre Hausaufgaben zu machen, es ist nämlich eine Gruppe die ganz langsam anfängt Zahlen und Buchstaben usw. zu lernen, aber das ist oftmals gar nicht so einfach, sie erzählen dann auch schon mal ganz gerne sie müssten ja gar nichts machen oder ein Kind macht mal ganz schnell die Aufgaben eines anderen wenn man einmal gerade nicht höllisch aufpasst, weil es eben einfach schneller geht und spielen nun einmal deutlich mehr Spass macht als Hausaufgaben machen zu müssen...

An den Wochenenden, so ca. jedem zweiten, machen wir uns dann auf den Weg auch andere Teile dieses Landes kennenzulernen und man kann ueber dieses Land einfach nur sagen, dass es echt völlig genial ist, trotz Büchern und Filmen im vorhinein sind die Dinge, die Natur wenn man sie dann tatsächlich vor sich hat einfach absolut beeindruckend, genial schön, ich hätte nie gedacht, das mich eine Landschaft/ Natur dermassen zu beeindrucken vermag...

Das letzte Wochenende war ein langes aufgrund mehrerer Feiertage und wir haben es dazu genutzt uns einmal die Küste anzuschauen, genauer gesagt Montañita, man sollte das wohl weiter ausführen da dieser Ort wohl nicht gerade typisch fuer die Küste Ecuadors ist, man kann ähnliches wohl überall auf der Welt finden, ein Partyort für Jugendliche, besonders natürlich für Ausländer, aber trotz allem kann man nicht bestreiten das es dort wirklich einfach  super schön ist, genial muss es besonders sein wenn die Sonne scheint, das haben wir nämlich leider dort nicht erlebt. Wirklich mal, da fährt man schon ans Meer um dem zu jener Zeit doch sehr herbstlichen Wetter in Quito zu entfliehen und da ist es in Quito dreeissig Grad warm und den ganzen Tag Sonnenschein und am Meer wo es vorher deutlich schöner war regnet es nahezu den ganzen Tag, aber es hat sich auf jeden Fall trotzden wirklich gelohnt und der Pazifik ist so schön warm...

Ansonsten haben wir hier auch schon ausgiebig Bekanntschaft mit den unangenehemen Nebenerscheinungen gemacht, meint mit Krankheit und auch mit nicht so freundlichen Menschen die einen gar nicht freundlich um das mitgeführte Geld bitten. Gegen Magen- Darmprobleme und Erkältung kann man sich wirklich einfach nicht wehren, man kann aufpassen und sich mit den eintönigsten Essen, d.h. Reis mit Reis zufrieden geben und ist trotzdem gegen nichts gewappnet, warum dann also verzichten, da akzeptiert man das dann eben einfach und "geniesst" die Abwechslung... ja und die nicht allzu freudige nächtliche Begegnung war leider absolut unserem Leichtsinn zuzuschreiben, soetwas pasiert dann eben wenn man sämtliche Warnungen in den Wind schlägt...aber gut uns ist ja weiter nichts passiert und wir haben daraus gelernt, auch wenn man wohl ganz ehrlich sagen muss dass nicht genug: also dann auf die nächste nächtliche Begegnung.

Ich hoffe einen kleinen Einblick gegeben zu haben und verabschiede mich hiermit also fürs Erste...

Liebe Grüße und hasta luego,

Edda